Gedanken- und Sprachhygiene



GRUNDLAGEN

Vorab möchte ich den Lesern dieses Buches meine Lebenseinstellung näher bringen und einige Begriffe erklären, die immer wieder vorkommen werden, damit der Hintergrund meiner Aussagen leicht und allgemein verständlich sowie nachvollziehbar ist.

Selbstverantwortung

Bist du schon bewusst Regisseur deines eigenen Lebensfilms?
Heute bin ich überzeugt, dass jeder Mensch für sein Leben absolut selbst verantwortlich ist. Ich glaube, dass sich unsere Seele ein Drehbuch mit geplanten Lernprozessen wie für einen Film oder das Theater schreibt. Sie schreibt sich einen roten Leitfaden für das Leben, der es uns ermöglicht, die gewollten Lernprozesse auf verschiedenen Wegen zu machen. Uns bleibt also sehr wohl die Entscheidungsfreiheit, ob wir die Lernthemen als Drama oder als Komödie erleben. Gleichzeitig macht die Seele geistige Verträge mit anderen Seelen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen und erst dann inkarniert sie (sie wird also zu Fleisch). Die Seele wird auf dem Planeten Erde geboren. Diese geistigen Verträge, die sie mit den Menschenseelen, die in ihrem Lebensfilm eine Rolle spielen, gemacht hat, sind Aufträge für andere Seelen. Sie wird dadurch in ganz bestimmte Situationen im Leben geraten um so zu lernen und Erfahrungen zu machen, damit sie uns weiterentwickelt. Das heißt, wir suchen uns unsere Eltern, unsere Lebenssituationen und unser Umfeld aus, um bestimmte Grundlagen für unsere Lernprozesse zu schaffen. Bei diesen Aussagen meinerseits höre ich oft Menschen sagen: „Stopp, ich glaub’ ja vieles, aber ich hab’ mir meine Kindheit sicher „nicht“ selbst ausgesucht!“
Stell’ dir vor, du bist Zuschauer eines Theaterstückes. Siehst du dir lieber ein spannendes, interessantes Stück an oder eines, in dem alles vorhersehbar und rosig verläuft?
Da wir dieses Theatestück jedoch nicht als Zuseher betrachten sondern hautnah miterleben, vergessen wir, dass wir uns alles selbst ausgedacht haben. Durch dieses Vergessen fühlen wir uns oft als Opfer im Leben und betrachten andere als Täter. Es ist die große Herausforderung des Lebens, aus diesem Opfer/Täter-Denken auszusteigen und sich als Schöpfer seines eigenen Lebens, seiner individuellen Realität zu erkennen. Wenn wir anerkennen, dass wir alles selbst kreieren, können wir unser Leben auch bewusster erschaffen, aktiv Einfluss auf das Geschehen nehmen und darauf, welchen Weg wir einschlagen. Wir geben niemandem mehr die Schuld für eine Verletzung, für Drucksituationen, für Krankheit sondern zeigen jedem gegenüber Dankbarkeit: Dankbarkeit für den Blick in den Spiegel, den uns unsere Mitmenschen und unser Umfeld ermöglichen, Dankbarkeit für den erfüllten geistigen Vertrag, Dankbarkeit für den ermöglichten Lernprozess. Wir wollen niemanden mehr verändern sondern erkennen, dass man nur sich selbst verändern kann. Die Seele sieht das Leben also als Film, als Experiment, wie ein Regisseur, der in seinem eigenen Film die Hauptrolle spielt. Wie macht es ein Schauspieler? Er betritt die Bühne und schlüpft in eine Rolle, er geht ganz und gar in dieser Rolle auf, vergisst sich selbst, um sich völlig in die Rolle einfühlen zu können. Es ist egal, ob er die Rolle eines Opfers oder die eines Täters übernimmt, er ist einfach Schauspieler. So sieht die Seele meiner Meinung nach auch ihre Rolle im Leben. Verlässt der Schauspieler diese Rolle und somit die Bühne des Lebens, wird er wieder ganz er selbst, ist jedoch durch die neue Erfahrung gewachsen. Genauso nehmen wir „nur“ unsere Lebenserfahrungen mit wenn wir sterben. Oder hast du schon einmal jemanden beobachtet, der mit dem Möbelwagen auf den Friedhof gefahren ist?
Für mich geht es im Leben – in der Dualität – darum, seinen eigenen Blickwinkel auf Menschen, Situationen und die Welt zu verändern und vollkommene Selbstverantwortung für sein Leben und allem was geschieht zu übernehmen, in Dankbarkeit die Dualität zu genießen und dahinter die Einheit von allem was ist zu erkennen.
Wenn du mehr zu diesem Thema lesen möchtest, kann ich dir mein Buch „Das Licht-Buffet“ empfehlen oder die wundervolle Kindergeschichte „Ich bin das Licht“ von N. D. Walsh. Dieses Kinderbuch ist übrigens auch ein guter Tipp für Erwachsene!

Ausstrahlung – Wie Innen so Außen

Wir alle wissen, dass der menschliche Körper wie auch die meisten anderen Lebewesen und auch unser Planet Erde zum Großteil aus Flüssigkeit bestehen. Ist es da verwunderlich, dass uns der Einfluss von „positiven“ Worten, Bildern und Denkmustern hier ebenso prägt und große Auswirkungen auf unser Leben hat?
Meiner Meinung nach ist gerade dieser Faktor für die Ausstrahlung eines Lebewesens entscheidend. Ist man innerlich positiv und harmonisch, so strahlt man das auch nach außen aus. Wie das Wasser, das mit harmonischer Information bestückt ist, schöne Kristalle formt, so strahlt auch unser Inneres unsere eigene Energie, Positives und Angenehmes nach außen, wenn es mit Harmonie und positiver Energie gefüllt ist.

Ein Beispiel:

Vor einiger Zeit hatte meine jüngere Tochter Besuch von einer ehemaligen Schulfreundin, die sie länger nicht gesehen hatte. Die Mädchen spielten ein Gesellschaftsspiel und ich habe nebenan an einem Buch gearbeitet. Unweigerlich hörte ich die „negativen“ Bemerkungen dieser Freundin, Schimpf- und Fluchworte wurden verwendet. Dadurch wurde ich in meiner Konzentration gestört, wollte mich vorerst jedoch heraushalten. Die Kinder sollten selbst darauf kommen, was ihnen gut tut und was sie stört.
Schließlich hielt ich es doch für angemessen zu reagieren, weil meine Konzentration für meine Arbeit sichtlich schwand und sich Ärger in mir breit machte.
Da ich nicht gleich reagiert habe, sondern der Ärger in mir schon einen gewissen Pegel erreicht hatte und mich zum Handeln bzw. Einschreiten veranlasste, reagierte ich so, wie ich es meinen alten Mustern nach früher getan habe.
Ich ging zu den spielenden Mädchen und sagte: „Liebes Mädchen, in unserem Hause ist ein derartiger Wortgebrauch unangebracht. Entweder du beherrscht dich und unterlässt die Schimpf- und Fluchworte oder du kannst nach Hause gehen!“
BUMMMMMMM …, da war ich einmal diese richtig „böse“, aggressive Mutter, die dominante Erwachsene, die ich „nicht“ sein wollte!
Als ich mich daraufhin wieder meiner Arbeit zuwandte, war ich keineswegs konzentrierter oder erleichtert, im Gegenteil, ich fühlte mich unwohl.
Was war schief gelaufen? Ich hatte dem Mädchen zwar gesagt was mich störte und was ich „nicht“ wollte, doch ich hatte ihr im Gegenzug keinen Anhaltspunkt gegeben, warum mich ihr Verhalten so störte, was sie ändern sollte oder wie sie es besser machen könnte. Daher blieben auch Verständnis oder Akzeptanz ihrerseits aus. Sie mochte sich eventuell an meine „Vorschriften“ halten um Schadensbegrenzung zu betreiben, um also da bleiben zu dürfen, doch gelernt hatte sie dadurch weder einen besseren Umgang noch eine Grundlage um mein Vorgehen zu verstehen.
Als mir dies nach kurzer Überlegung klar wurde, machte ich noch einen Anlauf.
Ich nahm das Buch „Wasserkristalle“ zur Hand, in dem gute Fotobeispiele für „positive“ und „negative“ Wörter enthalten sind und sagte: „Liebes Mädchen, es tut mir leid, dass ich eben so krass reagiert habe und ich möchte dir zeigen, warum das passiert ist. In der Schule hast du ja gelernt, dass unser Körper zum Großteil aus Wasser besteht. Wasser kann Informationen speichern, positive wie auch negative. Hier gibt es ein Buch, in dem fotografisch festgehalten wurde, welche Bilder „positive“ bzw. „negative“ im Wasser gespeichert ergeben.“
Dann hab’ ich ihr ein paar Beispielfotos gezeigt und sie gefragt: „Wenn du nun durch deine Gedanken und Worte entscheiden kannst, wie dein Wasser in dir, also wie du innerlich aussiehst, und was du dadurch ausstrahlst, für welches Aussehen bzw. für welche Worte entscheidest du dich dann?“
Natürlich hat sie sich für die schönen Bilder entschieden. Sie hatte verstanden und somit akzeptiert und für sich einen Nutzen daraus gezogen. Der weitere gemeinsame Nachmittag verlief nun harmonisch und schön.
Noch heute, wenn ich dieses Mädchen ab und an auf der Straße treffe, grüßt sie mich von weitem und eine Art Dankbarkeit liegt in ihrem Blick.

Was möchte ich damit verdeutlichen? Einerseits möchte ich sagen, wie wichtig unsere Gedanken und Worte für uns selbst sind und andererseits, wie schön es ist, anderen Menschen einen Denkanstoß in diese Richtung zu geben. Denn umso „positiver“ unser Umfeld denkt und spricht, desto leichter wird es auch für uns, in diesem Umfeld „positiv“ zu leben und zu wirken.
Darin sehe ich einen wesentlichen Grundstein für die Heilung unserer gesamten Gesellschaft.

Eine sehr kluge Frau hat einmal zu mir gesagt: „Erziehung ist Vorleben, alles andere ist Dressur!“
Das einzige, an dem wir im Leben aktive Veränderungen vornehmen können, sind wir selbst. Wir können uns verändern – unseren Blickwinkel auf die Dinge, unsere Verhaltensweisen und natürlich unsere Denkweise und somit auch unseren Sprachgebrauch. Die Menschen um uns herum helfen uns dabei, indem sie uns einen Spiegel vorhalten. Alles um dich herum, dein Umfeld, Menschen, Tiere und Situationen, sind Spiegel für dein Inneres. Veränderst du dein Inneres, verändert sich auch dein Äußeres!

Daher ist es vor allem wichtig erst einmal sich selbst zu beobachten. Jeder Mensch spricht einen Großteil des Tages vorwiegend mit sich selbst, in Gedanken und durch Selbstgespräche. Das ist vollkommen normal und genau das sollte uns auch zu denken geben. Wenn wir schon den ganzen Tag mit uns selbst sprechen, sollten wir auch bewusster darauf achten, was wir so mit uns besprechen und wie wir mit uns kommunizieren. Lerne zuallererst dir selbst bewusster zuzuhören!

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